Ursprung und Geschichte der craniosacralen Arbeit

Craniosacrale Arbeit stammt aus der Osteopathie. Osteopathie kommt vom Knochenrichten und das Knochenrichten wurde bereits zur Zeit der Neandertaler praktiziert. Als Sutherland, der Begründer der cranio-sacralen Osteopathie, erstmals einen russischen Knochenrichter traf, war er sehr überrascht, wie sehr seine Techniken dem ähnelten, was er in den 60er Jahren in der osteopathischen Schule in England gelernt hatte.

Craniosacrale Arbeit betrachtet den Körper als Einheit. Über das Bindegewebe sind alle Strukturen im Körper miteinander verbunden. Bewegungseinschränkungen im Bindegewebe können Beschwerden an verschiedenen Stellen des Körpers verursachen.

Craniosacrale Arbeit bezog sich traditionell auf die 22 Knochen des menschlichen Schädels, die Wirbelsäule und das Sacrum, zusätzlich auf das Gehirn, das zentrale Nervensystem, der cerebrospinale Flüssigkeit sowie das Membransystem innerhalb der Wirbelsäule.

 

Geschichte

1874: Begründung der Osteopathie durch Andrew T. Still in Kirksville/Ohio

1929: Die Vorstellung des kraniosakralen Systems durch William G. Sutherland stößt auf Ablehnung

1939: Veröffentlichung von “The cranial bowl” durch William G. Sutherland. Er beschreibt in den Folgejahren neben anatomisch-physiologischen Aspekten des kraniosakralen Systems auch die energetischen und spirutuellen Seiten seiner Arbeit

1940-1946: In der Öffentlichkeit entsteht ein erstes zögerliches Interesse für die kraniosakrale Arbeit

1948: Beryl E. Arbuckle beschreibt die Bedeutung der intrakranialen Membranen für die kraniosakrale Bewegung

1951: Harold I. Magoun publiziert “Ostopathy in the cranial field”

1955: Nach Sutherlands Tod verzichten Magoun und andere auf die Erwähnung der energetischen Phänomene der kraniosakralen Therapie, da sich dies als intellektuelles Haupthindernis für eine Akzeptanz durch die Fachwelt erweist

ab 1964: Harold Magoun, Viola Frymann und Thomas Schooley unterrichten kraniosakrale Osteopathie zunächst in London, dann in Paris. Frankreich wird Zentrum der europäischen Osteopathie

70er Jahre: John E. Upledger wird der weltweit bekannteste Kranial-Osteopath. Er vereinfacht die Ausbildung didaktisch durch Auftrennung der komplexén kraniosakralen Bewegung in ihre einzelnen Komponenten, die nacheinander behandelt werden. Damit trägt er wesentlich zur Verbreitung der Methode bei

1983: Das Werk: “Die Kraniosakral-Therapie” von John E. Uppedger erscheint auf Englisch, 1991 auf Deutsch

80er Jahre: Neben John E. Upledger entwickeln auch Martin Allen und Arthur L. Pauls u.a. eine kraniosakrale Therapie, die mehr auf die Ursprünge von Sutherland zurückgeht. Die Selbstorganisation ohne vordefinierte Korrekturziele steht hierbei im Vordergrund. Auch erweitere Ansätze mit energetischen und transpersonalen Dimensionen der kraniosakralen Therapie stoßen zunehmend auf Interesse

90er Jahre und Jahrtausendwende: In den letzten Jahren erschienen etliche Bücher zur kraniosakralen Therapie. Einen neuen Schwerpunkt bilden die somato-psychischen Aspekte. Einzelne Aspekte werden besonders betont, so z.B. die therapeutische Umsetzung kranialer Techniken für das KISS-Syndrom bei Kindern (Unruhe, Schlafstörungen kürz nach der Geburt). Temporo-mandibuläre Störungen finden großes Inteesse im zahnärztlichen Umfeld. Nachdem Stute in Bielefeld schon seit über 20 Jahren kraniosakrale Dysbalancen und ihre Auswirkungen auf die Statomotorik bei der kieferorthopädischen Behandlung berücksichtigt, finden diese Ideen auf verschiedenen Wegen über die Gesellschaft für ganzheitliche Zahnheilkunde im zahnärztlichen Bereich eine weite Verbreitung. Die praktische Umsetzung wird vor allem von Physiotherapeuten realisiert. Unter Ärzten bleibt die Behandlungsmethode bis heute aufgrund des Arbeitsumfelds und der Rahmenbedingungen eher eine Randmethode.